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Grundlagen Kompensation

Was ist Blindstrom?

Blindstrom ist der Strom, der bei induktiven Verbrauchern (z.B. Elektromotoren, Transformatoren,
Vorschaltgeräten), also Spulen jeder Ausführung zur Erzeugung eines Magnetfeldes benötigt wird.
In Wechsel- oder Drehstromnetzen wird dieses Magnetfeld mit der Netzfrequenz auf- und abgebaut.
Dieser Energieanteil wird nicht in Wirkleistung umgesetzt, sondern pendelt als Blindleistung
zwischen Verbraucher und Erzeuger.

Warum wird kompensiert?

  • Um die Blindstromkosten einzusparen, die von den meisten
    Energieversorgungsunternehmen (EVU) berechnet werden.
    Geringere Investitions- und Wartungskosten für das Versorgungsnetz.
  • Um elektrische Betriebsmittel vom Blindstrom zu entlasten (z.B. Leitungen, Schaltorgane,
    Transformatoren, Generatoren). Geringere Verluste, geringerer Spannungsfall, geringere
    Energiekosten.
  • Um bei Betriebsvergrößerung die Kosten für eine neue Zuleitung oder für die
    Anschaffung eines neuen Transformators einzusparen.
  • Um den eigenen Trafo wirtschaftlicher auszunutzen, d.h. möglichst wenig
    Fremdenergie zu beziehen.


Aufgaben einer Blindstromkompensationsanlage:

  • Verringerung der Strombezugskosten
  • Verbesserung des Leistungsfaktors
  • Verringerung der Leistungsverluste
  • Schaffung von Leistungsreserven
  • Umweltschonender Energieeinsatz.


Zusätzliche Aufgaben einer verdrosselten Anlage:

  • Verhinderung von Resonanzerscheinungen zwischen
    Leistungskondensatoren und Netzinduktivitäten.
  • Reduzierung von Oberschwingungen und Verbesserung
    der Netzqualität.
  • Erhöhung der Betriebssicherheit der Stromversorgung.


Welche Verbraucher benötigen Blindleistung?

  • Asynchronmotoren
  • Stromrichter zur Kommmutierung
  • Transformatoren
  • Schweißgeräte
  • Leuchtstoffl ampen
  • Anlagen mit sonstigen Entladungseinrichtungen
  • Stromversorgungsleitungen
  • Drosselspulen

Kompensationsarten:

  • Einzelkompensation
    für Tranformatoren oder größere Verbraucher mit langer Einschaltzeit.
  • Gruppenkompensation
    mehreren Verbrauchern wird eine Kompensation zugeordnet.
  • Zentralkompensation
    an einem Punkt werden die Netzverhältnisse durch einen Blindleistungsregler erfaßt
    und der gewünschte cos-phi automatisch eingeregelt.


Ausführungen:

  • Unverdrosselte Anlage
    nur für Netze mit überwiegend linearen Verbrauchern geeignet.
  • Verdrosselte Anlage
    für Netze mit Oberschwingungsbelastung und Rundsteuerfrequenzen
    zwischen 168Hz und 190Hz.
  • Kombifilteranlagen
    für Netze mit hoher Oberschwingungsbelastung und Rundfrequenz
    zwischen 186Hz und 190Hz.
  • Saugkreisanlagen
    speziell ausgelegt zur Netzreinigung bei sehr hoher Oberschwingungsbelastung.
  • Thyristoranlagen
    für Produktionsbetriebe mit sehr schnellen Laständerungen.

 

 
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